Jocelyne Lopez & G. O. Mueller und das Geschenk von oben

Die größte Logikerin aller Zeiten erklärt die SRT...

Moderator: nocheinPoet

Jocelyne Lopez & G. O. Mueller und das Geschenk von oben

Beitragvon nocheinPoet » Donnerstag 26. April 2012, 14:19

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Erst dachte ich, nur Jocelyne Lopez hat wie üblich keinen Plan und zitiert falsch und aus dem Zusammenhang gerissen, aber nein, selbst Mister G. O. Mueller kennt sein eigenes Buch/Werk nicht. Die gute Jocelyne Lopez bringt ja immer gerne das Argument, dass Minkowski die Längenkontraktion der SRT als „Geschenk von oben“ bezeichnet hat, was natürlich falsch ist, denn Minkowski bezieht sich zweifelsfrei auf die Ursache und die Größe der Lorentzkontraktion, welche mit der Lorentztransformation genau so groß ist, dass alle Effekte des Äthers aufgehoben werden. Lesen wir erstmal einige der geistigen Ergüsse von Frau Jocelyne Lopez und G. O. Mueller selber dazu:

G.O. Mueller: Das „Geschenk von oben“ der Relativitätstheorie » Jocelyne Lopez » Fr 11. Jan 2008 hat geschrieben:
Fehlerkatalog » Kapitel 2, Seite 100; G: Minkowski-Welt / Fehler Nr. 8 » G. O. Mueller hat geschrieben:
Nach Minkowski soll die Längenkontraktion "ein Geschenk von oben" sein Minkowski behandelt in seinem Vortrag 1908 die Längenkontraktion (S. 58-59). Lorentz habe sie als Hypothese zur Erklärung des Michelson-Morley-Versuchs eingeführt.

Raum und Zeit » Hermann Minkowski » Mo 21. Sep 1908 hat geschrieben:
Diese Hypothese klingt äußerst phantastisch. Denn die Kontraktion ist nicht etwa als Folge von Widerständen im Äther zu denken, sondern rein als Geschenk von oben, als Begleitumstand des Umstandes der Bewegung.

Während Lorentz die Kontraktion sehr wohl hypothetisch als physikalische Wirkung der Bewegung gegen den Äther in Form einer elastischen Verformung des absolut bewegten Körpers aufgefaßt hat, ebenso auch M. v. Laue ohne Äther-Hypothese, möchte Minkowski die unvermeidliche und unangenehme Frage nach der Ursache der behaupteten Kontraktion gern loswerden und behauptet zu diesem Zweck von der Kontraktion dreierlei:

(1) sie ist nicht Folge von Widerstand im Äther;
(2) sie ist der Begleitumstand eines Umstandes;
(3) sie ist ein Geschenk von oben.

Klar ist davon nur die erste Aussage: eine Negativ-Behauptung, die als solche schon nicht viel wert ist; im "Begleitumstand eines Umstandes" steckt doch der Gedanke der Folge, von Ursache und Wirkung, wird aber nicht physikalisch ausgeführt; die dritte Aussage als die eigentliche Erklärung ist für jemanden, der die Physik revolutionieren will, zumindest erstaunlich, insbesondere wenn man daran denkt, dass die Relativisten besonders gern gegen Newtons religiöse Vorstellungen über den absoluten Raum wettern.

Für den Physiker ist "ein Geschenk von oben" jedenfalls keine physikalische Erklärung, sondern nur ein unerwartetes Eingeständnis der Hilflosigkeit, in auffallendem Kontrast zur sonstigen Hochstimmung Minkowskis über seine großartige "Ummodelung unserer Naturauffassung".

Die Kontraktion als Folge der relativen Bewegung wird sprachlich unsäglich verklausiert zugegeben, kann jedoch physikalisch nicht erklärt werden. Und mit der Versicherung, wer es nicht gewesen sein soll (der Äther), schränkt Minkowski nur seine Alternativen ein. Das Ganze ist eher eine Nicht-Erklärung.


Links zu den Quellen wurden von mir hinzugefügt. Frau Lopez tischt das jedes Jahr mehrfach auf, auch Ende 2008:

Längenkontraktion: Ein Geschenk für Mathematiker? » Jocelyne Lopez » Do 11. Dez 2008 hat geschrieben:
Ich komme auf meine Korrespondenz mit Herrn Dr. Markus Pössel vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik / Albert Einstein Institut zurück. Gemäß qualifizierter und autorisierter Auskunft der offiziellen Physik findet also keine materielle Verformung von bewegten Objekten im Rahmen der SRT statt:

“Die Längenkontraktion geht nicht mit materiellen Veränderungen des Körpers einher;”

Außerdem ist die Längenkontraktion auch kein Messergebnis, sie wird nicht konkret gemessen, sondern sie ist lediglich eine mathematische Fiktion, die als „Korrektur” einer konkreten Messung vorgenommen wird. Auch ein der Väter der Speziellen Relativitätstheorie, der Mathematiker Hermann Minkowski bekräftigt, dass es sich nicht um eine materielle Verformung durch Verdrängungswiderstand à la Lorentz handelt, siehe zum Beispiel G.O. Mueller:

Fehlerkatalog » Kapitel 2, Seite 100; G: Minkowski-Welt / Fehler Nr. 8 » G. O. Mueller hat geschrieben:
Minkowski behandelt in seinem Vortrag 1908 die Längenkontraktion (S. 58-59). Lorentz habe sie als Hypothese zur Erklärung des Michelson-Morley-Versuchs eingeführt.

Raum und Zeit » Hermann Minkowski » Mo 21. Sep 1908 hat geschrieben:
“Diese Hypothese klingt äußerst phantastisch. Denn die Kontraktion ist nicht etwa als Folge von Widerständen im Äther zu denken, sondern rein als Geschenk von oben, als Begleitumstand des Umstandes der Bewegung.”

Während Lorentz die Kontraktion sehr wohl hypothetisch als physikalische Wirkung der Bewegung gegen den Äther in Form einer elastischen Verformung des absolut bewegten Körpers aufgefaßt hat, ebenso auch M. v. Laue ohne Äther-Hypothese, möchte Minkowski die unvermeidliche und unangenehme Frage nach der Ursache der behaupteten Kontraktion gern loswerden und behauptet zu diesem Zweck von der Kontraktion dreierlei:

(1) sie ist nicht Folge von Widerstand im Äther;
(2) sie ist der Begleitumstand eines Umstandes;
(3) sie ist ein Geschenk von oben.

Auch Herr Dr. Markus Pössel hat auf meine wiederholten Fragen hin keine Antwort über die Kausalität der Längenkontraktion in der SRT gegeben und hat meine gezielte Frage hartnäckig ignoriert. Wir dürfen also heute noch davon ausgehen, dass die Längenkontraktion in der SRT nicht nur eine mathematische Fiktion ist, sondern auch noch dazu ein Geschenk von oben für Mathematiker.
Na denn.

Ich spare mir nun mal vollständig alle Stellen zu zitieren, und komme auf die aktuelle aus diesem Jahr zu sprechen, hier im „Forum“ der Piratenpartei:

Jocelyne Lopez » So 1. Apr 2012, 07:53 hat geschrieben:
[…] Und kannst Du erklären, was in der SRT die physikalische Ursache der Längenkontraktion von bewegten Objekten sein sollte? Lorentz hat seine Hypothese erklärt: Die Verkürzung der Objekte sei auf den Widerstand des Äthers zurückzuführen. In Ordnung, das Prinzip actio-reactio wird respektiert, die Hypothese von Lorentz ist wissenschaftlich annehmbar.

Aber Einstein? Wie hat er seine Hypothese der Verkürzung von bewegten Objekten erklärt, die er von Lorentz übernommen hat (aber ohne Äther)? In der SRT gibt es ja keinen Äther, der einen Widerstand leisten könnte wie in der Hypothese von Lorentz. Und nun? Wo bleibt das in der Physik unverrückbare Prinzip actio-reactio für diese Verkürzung in der SRT? Magie? Einstein hat wohl selbst frühzeitig gemerkt, dass die Hypothese der Längenkontraktion der bewegten Objekte, die er von Lorentz übernommen hat in einer Theorie ohne Äther ohne Kausalität dasteht und dadurch wissenschaftlich ungültig und unannehmbar ist. Drei Jahre später (1908), hat ihm sein Freund der Mathematiker Hermann Minkowski aus der Patsche helfen wollen: Die Längenkontraktion von bewegten Objekten habe nichts Geringeres als Kausalität als ... Gott. Bitteschön. Siehe:

Die Relativitätstheorie als „Geschenk von oben“ » Jocelyne Lopez » Mo 8. Aug 2011 hat geschrieben:
Raum und Zeit » Hermann Minkowski » Mo 21. Sep 1908 hat geschrieben:
Diese Hypothese klingt äußerst phantastisch. Denn die Kontraktion ist nicht etwa als Folge von Widerständen im Äther zu denken, sondern rein als Geschenk von oben, als Begleitumstand des Umstandes der Bewegung.


Hat man Dir in der 10. beigebracht oder aber verschwiegen, dass die Kausalität der Längenkontraktion in der SRT ein „Geschenk von oben“ sei? Akzeptierst Du diese Kausalität in der Physik als Erklärung einer Hypothese?

Soweit das sinnentstellende Zitieren von Jocelyne Lopez und G. O. Mueller. Stellen wir das zuerst mal richtig und lesen die Aussage von Minkowski im Kontext, ohne Teile zu unterschlagen:

Raum und Zeit » Hermann Minkowski » Mo 21. Sep 1908 hat geschrieben:
Nach Lorentz soll jeder Körper, der eine Bewegung besitzt, in Richtung der Bewegung eine Verkürzung erfahren haben, und zwar bei einer Geschwindigkeit v im Verhältnisse 1 / √(1-(v^2)/(c^2)) . Diese Hypothese klingt äußerst phantastisch. Denn die Kontraktion ist nicht etwa als Folge von Widerständen im Äther zu denken, sondern rein als Geschenk von oben, als Begleitumstand des Umstandes der Bewegung.“

Minkowski bezieht sich ganz klar mit „Diese Hypothese klingt äußerst phantastisch“ auf den Satz davor und die Äthertheorie von Lorentz: „Nach Lorentz soll jeder Körper, der eine Bewegung besitzt, in Richtung der Bewegung eine Verkürzung erfahren haben…“ und eben nicht auf die SRT!

Das nun wirklich Lustige an der Sache ist, dass G. O. Mueller die Kritiker der RT, welche er selber in seinem „Buch“ zitiert nicht versteht, denn die haben im Gegensatz zu GOM und Jocelyne Lopez die Aussage von Minkowski richtig verstanden und eben auf die Theorie von Lorentz bezogen, wie man hier im Dokument von G. O. Mueller in einem Zitat von O. Kraus selber nachlesen kann:

Das Relativitätsmärchen » Kapitel 3, Seite 271 » G. O. Mueller hat geschrieben:
Fiktion und Hypothese in der Einsteinschen Relativitätstheorie » Vortrag, Halle 1920Wunder der Wunder » Dr. Oskar Kraus hat geschrieben:
Wenn Minkowski schon die Verkürzung durch absolute Bewegung „als Geschenk von oben“ bezeichnet hat, so müsste die Verkürzung oder Verzögerung durch bloße Abstandsänderung bzw. durch die Geschwindigkeit derselben als Wunder der Wunder bezeichnet werden!“

O. Kraus:. Abdruck in: Annalen der Philosophie. 2. 1921, S. 357. Füsyk-Blyte Nr. 34

Kraus versteht die Aussage von Minkowski richtig in Bezug auf die Theorie von Lorentz, was man an der Aussage zur „absoluten Bewegung“ erkennt, denn diese gibt es nur in einer Theorie mit einem absoluten und bevorzugten Bezugsystem, hier eben die Äthertheorie von Lorentz.


Damit ist zweifelsfrei klar, dass als erster G. O. Mueller die Aussage von Minkowski falsch interpretiert und diese auf die Relativitätstheorie bezieht, und nicht wie es Minkowski tat, auf die Theorie von Lorentz. Jocelyne Lopez hat dann ohne das Zitat im richtigen Kontext zu prüfen, die falsche Interpretation einfach übernommen und tingelt damit nun seit Jahren durchs Internet. Richtig Peinlich ist aber, dass im Dokument von G. O. Mueller ein Zitat von Dr. Oskar Kraus zu lesen ist, der als Kritiker die Aussage von Minkowski richtig verstanden hat.

Da die Aussage von Lorentz nun wirklich nicht so schwer richtig zu verstehen ist, bleibt die Frage offen, wurde hier von G. O. Mueller bewusst ein falscher Eindruck erweckt und versucht die Aussage von Minkowski auf die RT zu beziehen, oder ist G. O. Mueller nicht in der Lage, ein einfaches Zitat richtig zu verstehen.

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Re: Jocelyne Lopez & G. O. Mueller und das Geschenk von oben

Beitragvon albedo » Montag 30. April 2012, 21:21

nocheinPoet hat geschrieben:.
Erst dachte ich, nur Jocelyne Lopez hat wie üblich keinen Plan und zitiert falsch und aus dem Zusammenhang gerissen, aber nein, selbst Mister G. O. Mueller kennt sein eigenes Buch/Werk nicht. Die gute Jocelyne Lopez bringt ja immer gerne das Argument, dass Minkowski die Längenkontraktion der SRT als „Geschenk von oben“ bezeichnet hat, was natürlich falsch ist, denn Minkowski bezieht sich zweifelsfrei auf die Ursache und die Größe der Lorentzkontraktion, welche mit der Lorentztransformation genau so groß ist, dass alle Effekte des Äthers aufgehoben werden. Lesen wir erstmal einige der geistigen Ergüsse von Frau Jocelyne Lopez und G. O. Mueller selber dazu:

G.O. Mueller: Das „Geschenk von oben“ der Relativitätstheorie » Jocelyne Lopez » Fr 11. Jan 2008 hat geschrieben:
Fehlerkatalog » Kapitel 2, Seite 100; G: Minkowski-Welt / Fehler Nr. 8 » G. O. Mueller hat geschrieben:
Nach Minkowski soll die Längenkontraktion "ein Geschenk von oben" sein Minkowski behandelt in seinem Vortrag 1908 die Längenkontraktion (S. 58-59). Lorentz habe sie als Hypothese zur Erklärung des Michelson-Morley-Versuchs eingeführt.

Raum und Zeit » Hermann Minkowski » Mo 21. Sep 1908 hat geschrieben:
Diese Hypothese klingt äußerst phantastisch. Denn die Kontraktion ist nicht etwa als Folge von Widerständen im Äther zu denken, sondern rein als Geschenk von oben, als Begleitumstand des Umstandes der Bewegung.

Während Lorentz die Kontraktion sehr wohl hypothetisch als physikalische Wirkung der Bewegung gegen den Äther in Form einer elastischen Verformung des absolut bewegten Körpers aufgefaßt hat, ebenso auch M. v. Laue ohne Äther-Hypothese, möchte Minkowski die unvermeidliche und unangenehme Frage nach der Ursache der behaupteten Kontraktion gern loswerden und behauptet zu diesem Zweck von der Kontraktion dreierlei:

(1) sie ist nicht Folge von Widerstand im Äther;
(2) sie ist der Begleitumstand eines Umstandes;
(3) sie ist ein Geschenk von oben.

Klar ist davon nur die erste Aussage: eine Negativ-Behauptung, die als solche schon nicht viel wert ist; im "Begleitumstand eines Umstandes" steckt doch der Gedanke der Folge, von Ursache und Wirkung, wird aber nicht physikalisch ausgeführt; die dritte Aussage als die eigentliche Erklärung ist für jemanden, der die Physik revolutionieren will, zumindest erstaunlich, insbesondere wenn man daran denkt, dass die Relativisten besonders gern gegen Newtons religiöse Vorstellungen über den absoluten Raum wettern.

Für den Physiker ist "ein Geschenk von oben" jedenfalls keine physikalische Erklärung, sondern nur ein unerwartetes Eingeständnis der Hilflosigkeit, in auffallendem Kontrast zur sonstigen Hochstimmung Minkowskis über seine großartige "Ummodelung unserer Naturauffassung".

Die Kontraktion als Folge der relativen Bewegung wird sprachlich unsäglich verklausiert zugegeben, kann jedoch physikalisch nicht erklärt werden. Und mit der Versicherung, wer es nicht gewesen sein soll (der Äther), schränkt Minkowski nur seine Alternativen ein. Das Ganze ist eher eine Nicht-Erklärung.


Links zu den Quellen wurden von mir hinzugefügt. Frau Lopez tischt das jedes Jahr mehrfach auf, auch Ende 2008:

Längenkontraktion: Ein Geschenk für Mathematiker? » Jocelyne Lopez » Do 11. Dez 2008 hat geschrieben:
Ich komme auf meine Korrespondenz mit Herrn Dr. Markus Pössel vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik / Albert Einstein Institut zurück. Gemäß qualifizierter und autorisierter Auskunft der offiziellen Physik findet also keine materielle Verformung von bewegten Objekten im Rahmen der SRT statt:

“Die Längenkontraktion geht nicht mit materiellen Veränderungen des Körpers einher;”

Außerdem ist die Längenkontraktion auch kein Messergebnis, sie wird nicht konkret gemessen, sondern sie ist lediglich eine mathematische Fiktion, die als „Korrektur” einer konkreten Messung vorgenommen wird. Auch ein der Väter der Speziellen Relativitätstheorie, der Mathematiker Hermann Minkowski bekräftigt, dass es sich nicht um eine materielle Verformung durch Verdrängungswiderstand à la Lorentz handelt, siehe zum Beispiel G.O. Mueller:

Fehlerkatalog » Kapitel 2, Seite 100; G: Minkowski-Welt / Fehler Nr. 8 » G. O. Mueller hat geschrieben:
Minkowski behandelt in seinem Vortrag 1908 die Längenkontraktion (S. 58-59). Lorentz habe sie als Hypothese zur Erklärung des Michelson-Morley-Versuchs eingeführt.

Raum und Zeit » Hermann Minkowski » Mo 21. Sep 1908 hat geschrieben:
“Diese Hypothese klingt äußerst phantastisch. Denn die Kontraktion ist nicht etwa als Folge von Widerständen im Äther zu denken, sondern rein als Geschenk von oben, als Begleitumstand des Umstandes der Bewegung.”

Während Lorentz die Kontraktion sehr wohl hypothetisch als physikalische Wirkung der Bewegung gegen den Äther in Form einer elastischen Verformung des absolut bewegten Körpers aufgefaßt hat, ebenso auch M. v. Laue ohne Äther-Hypothese, möchte Minkowski die unvermeidliche und unangenehme Frage nach der Ursache der behaupteten Kontraktion gern loswerden und behauptet zu diesem Zweck von der Kontraktion dreierlei:

(1) sie ist nicht Folge von Widerstand im Äther;
(2) sie ist der Begleitumstand eines Umstandes;
(3) sie ist ein Geschenk von oben.

Auch Herr Dr. Markus Pössel hat auf meine wiederholten Fragen hin keine Antwort über die Kausalität der Längenkontraktion in der SRT gegeben und hat meine gezielte Frage hartnäckig ignoriert. Wir dürfen also heute noch davon ausgehen, dass die Längenkontraktion in der SRT nicht nur eine mathematische Fiktion ist, sondern auch noch dazu ein Geschenk von oben für Mathematiker.
Na denn.

Ich spare mir nun mal vollständig alle Stellen zu zitieren, und komme auf die aktuelle aus diesem Jahr zu sprechen, hier im „Forum“ der Piratenpartei:

Jocelyne Lopez » So 1. Apr 2012, 07:53 hat geschrieben:
[…] Und kannst Du erklären, was in der SRT die physikalische Ursache der Längenkontraktion von bewegten Objekten sein sollte? Lorentz hat seine Hypothese erklärt: Die Verkürzung der Objekte sei auf den Widerstand des Äthers zurückzuführen. In Ordnung, das Prinzip actio-reactio wird respektiert, die Hypothese von Lorentz ist wissenschaftlich annehmbar.

Aber Einstein? Wie hat er seine Hypothese der Verkürzung von bewegten Objekten erklärt, die er von Lorentz übernommen hat (aber ohne Äther)? In der SRT gibt es ja keinen Äther, der einen Widerstand leisten könnte wie in der Hypothese von Lorentz. Und nun? Wo bleibt das in der Physik unverrückbare Prinzip actio-reactio für diese Verkürzung in der SRT? Magie? Einstein hat wohl selbst frühzeitig gemerkt, dass die Hypothese der Längenkontraktion der bewegten Objekte, die er von Lorentz übernommen hat in einer Theorie ohne Äther ohne Kausalität dasteht und dadurch wissenschaftlich ungültig und unannehmbar ist. Drei Jahre später (1908), hat ihm sein Freund der Mathematiker Hermann Minkowski aus der Patsche helfen wollen: Die Längenkontraktion von bewegten Objekten habe nichts Geringeres als Kausalität als ... Gott. Bitteschön. Siehe:

Die Relativitätstheorie als „Geschenk von oben“ » Jocelyne Lopez » Mo 8. Aug 2011 hat geschrieben:
Raum und Zeit » Hermann Minkowski » Mo 21. Sep 1908 hat geschrieben:
Diese Hypothese klingt äußerst phantastisch. Denn die Kontraktion ist nicht etwa als Folge von Widerständen im Äther zu denken, sondern rein als Geschenk von oben, als Begleitumstand des Umstandes der Bewegung.


Hat man Dir in der 10. beigebracht oder aber verschwiegen, dass die Kausalität der Längenkontraktion in der SRT ein „Geschenk von oben“ sei? Akzeptierst Du diese Kausalität in der Physik als Erklärung einer Hypothese?

Soweit das sinnentstellende Zitieren von Jocelyne Lopez und G. O. Mueller. Stellen wir das zuerst mal richtig und lesen die Aussage von Minkowski im Kontext, ohne Teile zu unterschlagen:

Raum und Zeit » Hermann Minkowski » Mo 21. Sep 1908 hat geschrieben:
Nach Lorentz soll jeder Körper, der eine Bewegung besitzt, in Richtung der Bewegung eine Verkürzung erfahren haben, und zwar bei einer Geschwindigkeit v im Verhältnisse 1 / √(1-(v^2)/(c^2)) . Diese Hypothese klingt äußerst phantastisch. Denn die Kontraktion ist nicht etwa als Folge von Widerständen im Äther zu denken, sondern rein als Geschenk von oben, als Begleitumstand des Umstandes der Bewegung.“

Minkowski bezieht sich ganz klar mit „Diese Hypothese klingt äußerst phantastisch“ auf den Satz davor und die Äthertheorie von Lorentz: „Nach Lorentz soll jeder Körper, der eine Bewegung besitzt, in Richtung der Bewegung eine Verkürzung erfahren haben…“ und eben nicht auf die SRT!

Das nun wirklich Lustige an der Sache ist, dass G. O. Mueller die Kritiker der RT, welche er selber in seinem „Buch“ zitiert nicht versteht, denn die haben im Gegensatz zu GOM und Jocelyne Lopez die Aussage von Minkowski richtig verstanden und eben auf die Theorie von Lorentz bezogen, wie man hier im Dokument von G. O. Mueller in einem Zitat von O. Kraus selber nachlesen kann:

Das Relativitätsmärchen » Kapitel 3, Seite 271 » G. O. Mueller hat geschrieben:
Fiktion und Hypothese in der Einsteinschen Relativitätstheorie » Vortrag, Halle 1920Wunder der Wunder » Dr. Oskar Kraus hat geschrieben:
Wenn Minkowski schon die Verkürzung durch absolute Bewegung „als Geschenk von oben“ bezeichnet hat, so müsste die Verkürzung oder Verzögerung durch bloße Abstandsänderung bzw. durch die Geschwindigkeit derselben als Wunder der Wunder bezeichnet werden!“

O. Kraus:. Abdruck in: Annalen der Philosophie. 2. 1921, S. 357. Füsyk-Blyte Nr. 34

Kraus versteht die Aussage von Minkowski richtig in Bezug auf die Theorie von Lorentz, was man an der Aussage zur „absoluten Bewegung“ erkennt, denn diese gibt es nur in einer Theorie mit einem absoluten und bevorzugten Bezugsystem, hier eben die Äthertheorie von Lorentz.


Damit ist zweifelsfrei klar, dass als erster G. O. Mueller die Aussage von Minkowski falsch interpretiert und diese auf die Relativitätstheorie bezieht, und nicht wie es Minkowski tat, auf die Theorie von Lorentz. Jocelyne Lopez hat dann ohne das Zitat im richtigen Kontext zu prüfen, die falsche Interpretation einfach übernommen und tingelt damit nun seit Jahren durchs Internet. Richtig Peinlich ist aber, dass im Dokument von G. O. Mueller ein Zitat von Dr. Oskar Kraus zu lesen ist, der als Kritiker die Aussage von Minkowski richtig verstanden hat.

Da die Aussage von Lorentz nun wirklich nicht so schwer richtig zu verstehen ist, bleibt die Frage offen, wurde hier von G. O. Mueller bewusst ein falscher Eindruck erweckt und versucht die Aussage von Minkowski auf die RT zu beziehen, oder ist G. O. Mueller nicht in der Lage, ein einfaches Zitat richtig zu verstehen.
Fragen über Fragen…


......oder ist G.O. Müller nicht einfach nur n Spinner?
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Re: Jocelyne Lopez & G. O. Mueller und das Geschenk von oben

Beitragvon nocheinPoet » Montag 30. April 2012, 21:37

Kurz gesagt, ja. :D
- So hoch der Geist, der uns erhebt, Es wankt der Grund, auf dem er steht.
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