Der sich bewusste Raum

Wie kommt das Bewußtsein in die Welt.

Moderator: aleph1

Der sich bewusste Raum

Beitragvon nocheinPoet » Sonntag 4. Juli 2010, 11:09

Nun liebe Gemeinde ist es mal wieder so weit, ich muss einen neuen Thread ins Leben rufen. Der Titel mag den Einen oder auch den Anderen erstmal ein wenig irritieren, aber das schadet ja nicht wirklich der Gesundheit.

Worum es geht ist recht einfach beschrieben, spannend wird es dann wie ich hoffe später. Also wir stellen uns zwei absolut gleich und identische Räume vor. Sagen wir mal 3m x 3m x 2m und absolut schalldicht so wie auch lichtdicht. In Beiden Räumen sind eine Lichtquelle und eine Kamera mit Mikrofon, sowie auch ein Bildschirm.

Auch wenn es nun schwer vorstellbar ist, beide Räume sind bis auf das letzte Atom identisch, das ist zwar real nur schwer möglich, aber es ist ja auch nur ein theoretisches Gedankenexperiment.

Nun haben wir noch eine ganz tolle und geniale Maschine in jedem Raum, einige kennen so was aus Enterprise, nennen wir es mal einen Replikator. Dieser hat von jedem Element reichlich in einem entsprechenden Behälter und kann von mir aus mit Hilfe von Nano-Technologie alles zusammen puzzeln. Auch organische Dinge.

Nun geht noch einer von uns in einen der beiden Räume.

Soweit erstmal die Ausgangslage und nun kommen ein paar Gedankenexperimente dazu. Ich habe da mehrere und nummeriere die Mal durch.


1. Atomare Zerlegung

Dieses Experiment habe ich im nach herein erst an die erste Stelle gesetzt, weil es im Grunde Grundlage des zweiten ist. Wenn wir einen Finger verlieren kann dieser mit Glück wieder angenäht werden. Wir bleiben dabei dieselbe Person.

Wir zerlegen nun die Person im Raum in immer kleinere Teile und setzen diese dann wieder zusammen. Wenn es nur Arme, Beine und Organe sind, ist wohl klar, dass wir unser Bewusstsein und unsere Individualität behalten werden und nicht jemand anderes sein werden, der nur glaubt die Person zu sein. Nun treiben wir das aber soweit, das wir den Körper einmal vollständig in einzelne Atome zerlegen und dann wieder zusammensetzen. Die Frage ist nun, ist nach dem Zusammensetzen wieder das original Bewusstsein gegeben, bleibt unsere Individualität erhalten? Ich würde davon ausgehen, ich sehe so erstmal keinen Grund warum durch das immer kleiner werden der einzelnen Teile das Bewusstsein verloren gehen sollte.


2. Atomarer Transfer

Da ich nun schon erfahren habe, dass es Einige gibt, die schwer folgen können, mal möglichst genau. Klar ist, dass wenn wir von dem einen in denn anderen Raum gehen, uns dort auch selbst bewusst sein werden. Wir bauen also jetzt auf dem ersten Experiment auf.

Nun zerlegen wir die Person und bringen Arme, Beine und den Rest nacheinander in den anderen Raum und bauen alles dort wieder sauber zusammen. Ohne Frage wird sich dieselbe Person dort selber bewusst sein. Das treiben wir nun soweit, bist wir jedes Atom einzeln in den anderen Raum bringen und dort den Körper wieder richtig zusammen bauen. Auch hier gehe ich davon aus, dass die Person dieselbe bleiben wird und sich dort im Raum bewusst werden wird.


3. Atomarer Austausch

Durch den normalen Stoffwechsel tauschen wir ständig Atome aus. Wir nehmen Stoffe auf, die neue Zellen aufbauen und auch erhalten, andere Stoffe geben wir ab. Unser Körper ist in einem ständigen Wandel und Austausch von Teilchen, dennoch bleiben wir immer der oder dieselbe, selbst wenn nach 70 Jahren nur noch wenige Atome in unserem Körper sind, welche wir zur Geburt besaßen.

Nun zum Experiment, der Person im Raum werden nach und nach alle Atome ausgetauscht, ein Wasserstoffatom wird entnommen und durch ein anderes ersetzt, gleiche Ladung und Spin natürlich. Am Ende wurden alle Atome durch andere ersetzt. Die Frage ist nun, ist die Person noch dieselbe, also ist sich dieselbe Person dort bewusst, oder anders gefragt, bleibt das individuelle Bewusstsein erhalten? Auch hier sage ich dass es so wäre.


4. Atomarer zeitlich versetzter Austausch

So nun wird es langsam spannend, im Grunde tun wir nichts anderes als im letzen Experiment, aber dieses Mal kombinieren wir diese mit dem ersten Experiment. Wir zerlegen also die Person zuerst vollständig und bauen diese dann aus anderen Atomen wieder ebenso vollständig gleich auf. Wieder die obligatorische Frage, Sind wir es noch selber im Raum, oder sind wir tot und dort ist ein neues Bewusstsein entstanden, das nur glaubt wir zu sein, weil es alle unsere Erinnerungen besitzt.

Hier denke ich mal, werden nun einige das Grübeln anfangen und wir werden uns wohl nicht mehr alle einig sein.


5. Atomarer Austausch und gleichzeitiger atomarer Transfer

Nun Jene die meine Beiträge lesen wissen bestimmt was nun kommt. Wir kombinieren nun Experiment drei und vier. Wir entnehmen der Person im ersten Raum ein Atom, ersetzen es durch ein gleichwertiges und bringen das entnommene in den anderen Raum. Das machen wir sukzessive bis wir im ersten Raum alle Atome ersetzt haben und im zweiten Raum die Person aus ihren original Atomen auch wieder zusammengesetzt haben. Wir haben nun im ersten Raum die Person mit ersetzen Atomen und im zweiten Raum auch die Person mit den ursprünglichen Atomen.

Nun haben wir wohl ein Problem die obligatorische Frage zu beantworten, wo wir uns denn nun bewusst sind. Im Experiment drei und vier alleine, konnten wir die frage noch relativ leicht beantworten, es gab uns ja immer nur einmal aber nun sind wir auf mal zwei. Auch hilft uns nicht auf die Experimente drei und vier zu Blicken, den nach diesen müssten wir im ersten Raum wie auch im zweiten Raum uns unserer bewusst sein.

Wo und wer sind wir nun und wer ist der, der nur glaubt wir zu sein?


Nun beobachten wir mal auf zwei Bildschirmen beide Personen. Was werden wir sehen, werden wir auf beiden Bildschirmen dasselbe sehen? Wenn die Person im ersten Raum nun durch diesen geht und sich so ihre Gedanken macht, wird die andere im zweiten Raum genauso handeln?

Wenn wir nun das Bild aus dem ersten Raum auf dem Bildschirm im zweiten bringen und das aus dem zweiten auf den Schirm des ersten, werden die Personen erkennen dass das Bild nicht aus ihrem eigenen Raum kommt? Theoretisch müssten beide Personen absolut das gleiche treiben, es durfte im Grunde keinen Unterschied geben. Sie müssten auch vollständig synchron denken.

Hier können wir nun Fragen wie determiniert ist das Universum, können sich Unterschiede auf Quantenebene aufsummieren und so würden die beiden Personen mit der Zeit im Handeln auseinander fließen? Ich denke schon, das sie nicht auf lange Zeit vollständig gleich handeln würden, aber wenn die Unterschiede im Handeln nur auf eine Art der Quantenfluktuation zurück zuführen wären, dann bleibt da wenig Raum für eine freie Entscheidung des Bewusstseins.

Die Frage, wo wir uns in welchen Raum nun bewusst wären, lasse ich mal weiter offen, vielleicht findet einer von Euch da ja eine logische Erklärung zu.

Nun möchte ich noch einen kleinen obendrauf setzen.


6. Atomarer Austausch und zeitig verzögerter atomarer Transfer

Alles wie im fünften Experiment, nur setzen wir die Person im zweiten Raum 1 Minute später zusammen. Im ersten Raum ist also die Person schon eine Minute vor der anderen im zweiten Raum vollständig aufgebaut.

Wenn wir nun beide Bildschirme betrachten, sehen wir dann auf dem Bild aus dem ersten Raum das was eine Minute später auch genauso auf dem Bild aus dem zweiten Raum zu sehen sein wird?

Wenn das so wäre, dann wäre im Grunde alles was die Person im zweiten Raum tun wird schon bekannt, er hätte somit keine Möglichkeit frei zu Handeln, alles wäre dann vorherbestimmt. Ein individuelles Bewusstsein würde keinen Sinn machen, es hätte keine wirkliche Freiheit beliebige Entscheidungen treffen zu können, all sein Handeln wäre vollständig durch die Struktur, eben dem Aufbau des Körpers aus Atomen bestimmt.


So bevor ich nun weitermache könnt Ihr Euch erstmal austoben, ich hoffe Ihr habt Spaß am grübeln und ich bin auf Eure Antworten gespannt.
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Re: Der sich bewusste Raum

Beitragvon aleph1 » Sonntag 4. Juli 2010, 12:24

Da ist er ja, der Thread auf den ich gewartet habe: Bewusstsein puzzlen.

Warum gleich so viele Gedankenexperimente? Bleiben wir doch mal beim ersten.

Wir zerlegen nun die Person im Raum in immer kleinere Teile und setzen diese dann wieder zusammen. Wenn es nur Arme, Beine und Organe sind, ist wohl klar, dass wir unser Bewusstsein und unsere Individualität behalten werden und nicht jemand anderes sein werden, der nur glaubt die Person zu sein. Nun treiben wir das aber soweit, das wir den Körper einmal vollständig in einzelne Atome zerlegen und dann wieder zusammensetzen. Die Frage ist nun, ist nach dem Zusammensetzen wieder das original Bewusstsein gegeben, bleibt unsere Individualität erhalten? Ich würde davon ausgehen, ich sehe so erstmal keinen Grund warum durch das immer kleiner werden der einzelnen Teile das Bewusstsein verloren gehen sollte.


Hier berühren wir schon den Kernpunkt der Frage. Ist das Bewusstsein unabhängig von der Materie, ist es an sie geknüpft oder ist Bewusstsein gar eine Funktion der Materie. Letzterem Standpunkt neige ich zu.

Einig sind wir uns alle - so hoffe ich wenigstens -, dass das Bewusstsein mit dem Gehirn zu tun hat. Tausche alle Teile des Körpers in beliebiger Auflösung aus, solange das Gehirn unangetastet bleibt, bleibt natürlich das Originalbewusstsein erhalten.

Nehmen wir das Gehirn auch noch auseinander und setzen es wieder genau wie vorher zusammen, wird es spannend: Ist das Originalbewusstsein wieder vorhanden? Ich meine nicht. Fügen wir noch folgendes Experiment hinzu.

7. Zerlegung und doppelte Neuerstellung
Wir zerlegen eine Person in ihre Atome (von mir aus auch noch weiter). Natürlich wissen wir, aus welchen Atomen und wie die Person aufgebaut ist. Da der Poet ja schon postuliert, dass die einzelnen Atome unwichtig für das Bewusstsein sind, nehmen wir an wir bauen zwei Personen gemäß unseres Bauplans zusammen, wobei wir nicht die Originalatome benutzen. Welche Person hat das Originalbewusstsein?

Ich bin gespannt auf die Antwort des Poeten und freue mich natürlich auch über jede andere Antwort.. Ob der Poetsich für ein Experiment zur Verfügung stellt
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Re: Der sich bewusste Raum

Beitragvon Britta » Sonntag 4. Juli 2010, 13:13

aleph1 hat geschrieben:Einig sind wir uns alle - so hoffe ich wenigstens -, dass das Bewusstsein mit dem Gehirn zu tun hat. Tausche alle Teile des Körpers in beliebiger Auflösung aus, solange das Gehirn unangetastet bleibt, bleibt natürlich das Originalbewusstsein erhalten.

Also, ich bin mir da nicht so sicher. Ich könnte mir auch vorstellen, dass das Bewußtsein auch ohne Körper existiert und unsere materielle Existenz nur eine Form ist, in der sich unser Bewußtsein manifestieren kann.

aleph1 hat geschrieben:Nehmen wir das Gehirn auch noch auseinander und setzen es wieder genau wie vorher zusammen, wird es spannend: Ist das Originalbewusstsein wieder vorhanden? Ich meine nicht. Fügen wir noch folgendes Experiment hinzu.

7. Zerlegung und doppelte Neuerstellung
Wir zerlegen eine Person in ihre Atome (von mir aus auch noch weiter). Natürlich wissen wir, aus welchen Atomen und wie die Person aufgebaut ist. Da der Poet ja schon postuliert, dass die einzelnen Atome unwichtig für das Bewusstsein sind, nehmen wir an wir bauen zwei Personen gemäß unseres Bauplans zusammen, wobei wir nicht die Originalatome benutzen. Welche Person hat das Originalbewusstsein?

Ich würde sagen: Keine dieser Personen ist wirklich am Leben. Wir würden 2 Zombies erhalten.
aleph1 hat geschrieben:Ob der Poet sich für ein Experiment zur Verfügung stellt


Also, ich würde das nicht riskieren. :mrgreen:
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Re: Der sich bewusste Raum

Beitragvon aleph1 » Sonntag 4. Juli 2010, 13:40

Britta hat geschrieben:Also, ich bin mir da nicht so sicher. Ich könnte mir auch vorstellen, dass das Bewußtsein auch ohne Körper existiert und unsere materielle Existenz nur eine Form ist, in der sich unser Bewußtsein manifestieren kann.

Ist natürlich denkbar. Aber da Hirnschäden durchaus Einfluß auf das Bewusstsein haben, neige ich zu der Ansicht, dass das Gehirn irgendwas mit dem Bewusstsein zu tun hat. Ob es nur der Ort ist, wo sich das Bewusstsein manifestiert oder ob es das Bewusstsein erzeugt, sei erstmal dahingestellt.

Da Du dich nicht als Probant für das Experiment zur Verfügung stellen magst und der Ansicht bist, es würden nur zwei Zombies entehen, scheinst Du der Ansicht zu sein, dass das intakte Gehirn (na gut auf jeden Fall der intakte Körper) Dein Bewusstsein ausmacht. Ich bin neugierig: Was ist denn dann mehr an dem Bewusstsein?

Liebe Grüße
Gerd
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Re: Der sich bewusste Raum

Beitragvon nocheinPoet » Sonntag 4. Juli 2010, 13:49

aleph1 hat geschrieben:
Britta hat geschrieben:
Also, ich bin mir da nicht so sicher. Ich könnte mir auch vorstellen, dass das Bewusstsein auch ohne Körper existiert und unsere materielle Existenz nur eine Form ist, in der sich unser Bewusstsein manifestieren kann.

Ist natürlich denkbar. Aber da Hirnschäden durchaus Einfluss auf das Bewusstsein haben, neige ich zu der Ansicht, dass das Gehirn irgendwas mit dem Bewusstsein zu tun hat. Ob es nur der Ort ist, wo sich das Bewusstsein manifestiert oder ob es das Bewusstsein erzeugt, sei erstmal dahingestellt.

Ja es hat wohl was damit zu tun. Aber wenn Du Dein Handy kaputt machst, ist der Teilnehmer am anderen Ende nicht auch kaputt. Das Gehirn könnte eben auch nur ein „Empfänger“ von Bewusstsein sein. Dann ist die Frage die ich auch stelle, kann man Bewusstsein überhaupt erzeugen? Kann man Raum und Zeit erzeugen? Gibt es Dinge, die nicht geworden sind?

Wenn Du nämlich immer ein zuvor und ein daraus hast, findest Du keinen Anfang. Im Grunde muss es etwas geben, das immer war, das nie wurde, und somit wohl auch immer sein wird. Wir hätten das Forum schon viel früher so öffnen sollen, ich mag einfach die Dialoge mit Dir. Aber nicht das Du nun glaubst, ich würde Dich mit meinen Anrufen am Wochenende verschonen...

:mrgreen:
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Re: Der sich bewusste Raum

Beitragvon aleph1 » Sonntag 4. Juli 2010, 14:10

nocheinPoet hat geschrieben:Ja es hat wohl was damit zu tun. Aber wenn Du Dein Handy kaputt machst, ist der Teilnehmer am anderen Ende nicht auch kaputt. Das Gehirn könnte eben auch nur ein „Empfänger“ von Bewusstsein sein. Dann ist die Frage die ich auch stelle, kann man Bewusstsein überhaupt erzeugen? Kann man Raum und Zeit erzeugen? Gibt es Dinge, die nicht geworden sind?


Das Gehirn als Empfänger. Interessant. Was empfängt denn das Gehirn und wie? Da bin ich mächtig neugierig. Wenn Du dieser Ansicht bist, dürfte ich Dich also auseinander nehmen und wieder zusammenpuzzeln. Das dürfte dann ja keinen Unterschied machen, da wir das eigentliche Bewusstsein nicht anfassen. Hurra, wir haben einen Freiwilligen :mrgreen:

Ich denke schon, dass man das Bewusstsein erzeugen kann (die anderen Fragen lassen wir hier mal ausser acht). Ist natürlich erstmal nur meine Meinung. Ich fürchte, ich könnte Dich nicht von der Empfänger-"Theorie" abbringen, auch wenn ich ein Gerät (Computer?) mit Bewusstsein baue. Offenbar muss ein Gehirn bestimmte Eigenschaften haben, um zum Empfänger zu werden. Mir scheint, dass Bewusstsein ist in den unterschiedlichen Lebewesen verschieden stark ausgeprägt sind. Sind die unterschiedlichen Hirne unterschiedlich gut geeignet, das Bewusstsein zu empfangen? Warum?

nocheinPoet hat geschrieben:
Wenn Du nämlich immer ein zuvor und ein daraus hast, findest Du keinen Anfang. Im Grunde muss es etwas geben, das immer war, das nie wurde, und somit wohl auch immer sein wird.


Warum? Kann ich nicht erst die Bausteine schaffen und dann daraus etwas bauen? Ist ein Legohaus undenkbar, wenn es nicht schon immer Legosteine gibt?

nocheinPoet hat geschrieben:Wir hätten das Forum schon viel früher so öffnen sollen, ich mag einfach die Dialoge mit Dir. Aber nicht das Du nun glaubst, ich würde Dich mit meinen Anrufen am Wochenende verschonen...


Schade, schade, ich dachte, ich hätte Ruhe vor Dir!
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Re: Der sich bewusste Raum

Beitragvon Britta » Sonntag 4. Juli 2010, 14:20

aleph1 hat geschrieben:Ist natürlich denkbar. Aber da Hirnschäden durchaus Einfluß auf das Bewusstsein haben, neige ich zu der Ansicht, dass das Gehirn irgendwas mit dem Bewusstsein zu tun hat. Ob es nur der Ort ist, wo sich das Bewusstsein manifestiert oder ob es das Bewusstsein erzeugt, sei erstmal dahingestellt.

Ich denke, dass das Bewußtsein immer vorhanden ist. Ein funktionierendes Gehirn ist die Voraussetzung, dass es sich manifestieren und den Körper für Erfahrungen benutzen kann.

Wenn ein Hirnschaden vorliegt, heißt das nicht dass kein Bewußtsein mehr da ist. Selbst Komapatienten die wieder aufwachten, berichten von Wahrnehmungen während des Komas.

aleph1 hat geschrieben:Da Du dich nicht als Probant für das Experiment zur Verfügung stellen magst und der Ansicht bist, es würden nur zwei Zombies entehen, scheinst Du der Ansicht zu sein, dass das intakte Gehirn (na gut auf jeden Fall der intakte Körper) Dein Bewusstsein ausmacht. Ich bin neugierig: Was ist denn dann mehr an dem Bewusstsein?

Liebe Grüße
Gerd

Nein, ich denke eben, dass das Bewußtsein unabhängig ist und auch weiter existiert, wenn der Körper samt Gehirn tot ist.

Das Bewußtsein ist sich bewußt, dass es ist, also existiert. Um aber zu wissen WAS und WIE es ist, braucht es die körperliche Erfahrung. Möglicherweise werden ja die gesammelten Daten nach der körperlichen Existenz ausgewertet. Wer weiß?
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Re: Der sich bewusste Raum

Beitragvon aleph1 » Sonntag 4. Juli 2010, 14:34

Britta hat geschrieben:Ich denke, dass das Bewußtsein immer vorhanden ist. Ein funktionierendes Gehirn ist die Voraussetzung, dass es sich manifestieren und den Körper für Erfahrungen benutzen kann.


Dann kann ich Dich doch auseinander nehmen und wieder zusammensetzen. Das funktionierende Gehirn als Voraussetzung hast Du hinterher wieder. Was widerstrebt Dir? Warum entstehen Deiner Ansicht nach Zombies? Meiner Meinung nach liegt hier der spannende Punkt der Diskussion.

Britta hat geschrieben:Wenn ein Hirnschaden vorliegt, heißt das nicht dass kein Bewußtsein mehr da ist. Selbst Komapatienten die wieder aufwachten, berichten von Wahrnehmungen während des Komas.


Das hatte ich so auch nicht gemeint. Bei Creuzfeld-Jacob-Patienten ist aber aufgrund der Hirnschädigung kein Bewusstsein mehr wahrnehmbar. Kann sich in diesem Gehirn kein Bewusstsein mehr manifestieren?

Britta hat geschrieben:Nein, ich denke eben, dass das Bewußtsein unabhängig ist und auch weiter existiert, wenn der Körper samt Gehirn tot ist. Das Bewußtsein ist sich bewußt, dass es ist, also existiert. Um aber zu wissen WAS und WIE es ist, braucht es die körperliche Erfahrung. Möglicherweise werden ja die gesammelten Daten nach der körperlichen Existenz ausgewertet. Wer weiß?


Mir scheint, Du bist nicht weit entfernt von der Ansicht von Nocheinpoet. Interessant finde ich die Auswertung der Daten des Lebens. Wer macht denn das? Gott?

Liebe Grüße
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Re: Der sich bewusste Raum

Beitragvon Britta » Sonntag 4. Juli 2010, 15:34

aleph1 hat geschrieben:
Britta hat geschrieben:Ich denke, dass das Bewußtsein immer vorhanden ist. Ein funktionierendes Gehirn ist die Voraussetzung, dass es sich manifestieren und den Körper für Erfahrungen benutzen kann.


Dann kann ich Dich doch auseinander nehmen und wieder zusammensetzen. Das funktionierende Gehirn als Voraussetzung hast Du hinterher wieder. Was widerstrebt Dir? Warum entstehen Deiner Ansicht nach Zombies? Meiner Meinung nach liegt hier der spannende Punkt der Diskussion.

Nee, einmal weg ist weg. Ist sehr empfindlich, dieses Bewußtsein.
aleph1 hat geschrieben:
Britta hat geschrieben:Wenn ein Hirnschaden vorliegt, heißt das nicht dass kein Bewußtsein mehr da ist. Selbst Komapatienten die wieder aufwachten, berichten von Wahrnehmungen während des Komas.


Das hatte ich so auch nicht gemeint. Bei Creuzfeld-Jacob-Patienten ist aber aufgrund der Hirnschädigung kein Bewusstsein mehr wahrnehmbar. Kann sich in diesem Gehirn kein Bewusstsein mehr manifestieren?

Nicht mehr wahrnehmbar heißt nicht, dass es nicht mehr da ist. Es kann sich nur nicht mehr bemerkbar machen, weil das Gehirn in der Funktion beeinträchtigt ist.
aleph1 hat geschrieben:
Britta hat geschrieben:Nein, ich denke eben, dass das Bewußtsein unabhängig ist und auch weiter existiert, wenn der Körper samt Gehirn tot ist. Das Bewußtsein ist sich bewußt, dass es ist, also existiert. Um aber zu wissen WAS und WIE es ist, braucht es die körperliche Erfahrung. Möglicherweise werden ja die gesammelten Daten nach der körperlichen Existenz ausgewertet. Wer weiß?


Mir scheint, Du bist nicht weit entfernt von der Ansicht von Nocheinpoet. Interessant finde ich die Auswertung der Daten des Lebens. Wer macht denn das? Gott?

Liebe Grüße
Gerd


Wenn man sich unsere Welt so anschaut, so entsteht immer wieder Neues, Leben passt sich an. Möglicherweise wertet das Bewußtsein die gesammelten Eindrücke aus und übt sich im Verbessern. Es hat ja die Ewigkeit Zeit.
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Re: Der sich bewusste Raum

Beitragvon aleph1 » Sonntag 4. Juli 2010, 17:59

Halten wir doch mal fest, worüber wir offenbar einig sind:

Ein Gehirn scheint notwendig, um das Bewusstsein in Erscheinung treten zu lassen.

Uns trennt die Weise, in der dies geschieht.
Britta ust der Ansicht, das Bewusstsein manifestiert sich lediglich im Gehirn, ist aber unabhängig davon.
Nocheinpoet sieht im Gehirn einen Empfänger für das Bewusstsein.
aleph1 ist überzeugt, das Gehirn erschafft das Bewusstsein, etwas vom Gehirn Unabhängiges gibt es nicht.

Schau'n wir mal wie's weitergeht.
Liebe Grüße
Gerd
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