Libyen-Krise

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Re: Libyen-Krise

Beitragvon Britta » Mittwoch 23. November 2011, 20:53

albedo hat geschrieben:und?
ein Blick in die Geschichte zeigt, das jeder Diktator seine Fans hat, oder hatte.

War er denn tatsächlich ein Diktator?

albedo hat geschrieben:wer ist denn schon mathabe.net.....tztz

Ich weiß schon, dass die Seite unseriös ist, aber heißt das wirklich, dass dieses Fußballspiel nicht stattgefunden hat und das es diese Demonstration nicht gab?

Das Spiel hat schonmal stattgefunden, das Ergebnis stimmt auch: http://vivagoals.com/algeria-1-0-tunisi ... y-12112011

Hier noch etwas länger: http://football-highlight.com/en/other/ ... nisia.html
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NTC failed miserably?

Beitragvon Uli » Freitag 25. November 2011, 13:12

Libya leaders supported by "money, arms, PR": ex-premier

One of the most senior figures in Libya's outgoing government has denounced its leaders as an unelected elite, supported by "money, arms and PR," and warned that 90 percent of Libya is politically voiceless.
...
"I see danger for the sovereignty of Libya. I see a threat for the wealth of the Libyan people," Tarhouni told reporters, without elaborating.
"I see the economic issues as a major challenge," he added.
"FAILED MISERABLY"
Tarhouni said that NTC had "failed miserably" in melding the myriad armed militias that still roam the country into an official national army.
...


Das ist nun beileibe kein Gaddafi-Anhänger, sondern ein NTC-Offizieller.
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bekiffte Milizen beschiessen tunesische Grenzposten

Beitragvon Uli » Montag 5. Dezember 2011, 14:25

So ganz zu unrecht hatte Gaddafi offenbar nicht von den unter Drogen stehenden NTC-Banden gesprochen:

...
Tunisian officials said their border guards and other citizens were coming under attack by armed Libyan men.

"Imagine rebels who are drunk and high on drugs who try to threaten us with their weapons," a Tunisian policeman who works at Ras Jdir, a crossing which was closed over a week ago, told Reuters.
...


aus
Libya says will secure Tunisia border after clashes

Es gibt unzählige Berichte über weitere Schießereien.
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Re: Libyen-Krise

Beitragvon Uli » Sonntag 18. Dezember 2011, 17:10

Die Rebellenbanden, die die Nato an die Macht gebombt hat, lassen das Land nun ausbluten:
Milizen gefährden den Frieden von Tripolis

Zwei Monate ist Muammar al-Gaddafis tot, aber Libyen kommt nicht zur Ruhe: Das Ende des Diktators könnte der Anfang des totalen Zerfalls des Landes gewesen sein. Vor allem die schwer bewaffneten Milizen sind nicht unter Kontrolle zu bringen.


Nun kommen wohl ein paar Flugzeuge randvoll gefüllt mit Geld an; der Flughafen von Tripolis ist schon umkämpft.
Milizen und Armee kämpfen um den Geldregen

Milliarden Euro in bar, ein zerrüttetes Land und bewaffnete Milizionäre: Die Aufhebung der Uno-Sanktionen wird Libyen einen Geldsegen, aber wohl auch viel Streit und womöglich Blutvergießen bringen. Ankommen sollen die Banknoten am Flughafen in Tripolis. Um den wird schon jetzt gekämpft.


Naja, Hauptsache die Libyer können eines Tages ihre Kreuzchen auf einem Zettel machen um die Demokratie schnellstens wieder zugunsten der Sharia abzuwählen.
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Re: Libyen-Krise

Beitragvon Britta » Montag 19. Dezember 2011, 10:07

Uli hat geschrieben:Die Rebellenbanden, die die Nato an die Macht gebombt hat, lassen das Land nun ausbluten:
Milizen gefährden den Frieden von Tripolis

Zwei Monate ist Muammar al-Gaddafis tot, aber Libyen kommt nicht zur Ruhe: Das Ende des Diktators könnte der Anfang des totalen Zerfalls des Landes gewesen sein. Vor allem die schwer bewaffneten Milizen sind nicht unter Kontrolle zu bringen.


Nun kommen wohl ein paar Flugzeuge randvoll gefüllt mit Geld an; der Flughafen von Tripolis ist schon umkämpft.
Milizen und Armee kämpfen um den Geldregen

Milliarden Euro in bar, ein zerrüttetes Land und bewaffnete Milizionäre: Die Aufhebung der Uno-Sanktionen wird Libyen einen Geldsegen, aber wohl auch viel Streit und womöglich Blutvergießen bringen. Ankommen sollen die Banknoten am Flughafen in Tripolis. Um den wird schon jetzt gekämpft.


Naja, Hauptsache die Libyer können eines Tages ihre Kreuzchen auf einem Zettel machen um die Demokratie schnellstens wieder zugunsten der Sharia abzuwählen.


Das war alles vorhersehbar, besonders von den Verantwortlichen die den Libyenkrieg angefangen haben. Um so etwas zu verhindern wurde nach dem 2. WK die Charta der Vereinten Nationen unterzeichnet, die mit dem R2P ausser Kraft gesetzt wurde.
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Re: Libyen-Krise

Beitragvon Uli » Montag 19. Dezember 2011, 18:12

Zudem kommt auch so langsam die Wahrheit ans Tageslicht, was die zivilen Opfer der Nato-Bombardierungen angeht:

http://derstandard.at/1324170206182/NAT ... Zivilisten

Schwere Kriegsverbrechen der NATO in Libyen belegen jüngste Recherchen der US-Presse. Wie die "New York Times" (NYT) am Wochenende berichtete, kann sie nachweisen, dass bei diversen Angriffen westlicher Luftwaffen Dutzende von libyschen Zivilisten ums Leben kamen. Man müsse schon jetzt von "mindestens 40, vielleicht mehr als 70" Unbeteiligten sprechen, die bei den Bombardements umgekommen seien. Dabei sei diese Zahl wohl zu niedrig, weil nur ausgewählte Zielgebiete des NATO-Beschusses überhaupt hätten untersucht werden können.

Von der NATO wurde stets behauptet, sie habe beim Beschuss libyscher Ortschaften keine Zivilisten getötet. Dies stößt bei internationalen Menschenrechtsorganisationen auf scharfe Kritik. Die "ganze Kampagne" sei "in eine Atmosphäre der Straflosigkeit gehüllt", urteilte Human Rights Watch (HRW). Der international anerkannte Nationale Übergangsrat hat laut einer Analyse der International Crisis Group keineswegs die Kontrolle über das kriegszerstörte Land. Tatsächlich habe die NATO voneinander unabhängig operierende Milizen als Bodentruppen eingesetzt. Diese Milizen wurden laut der Analyse zum Teil vom Westen, zum Teil von anderen Staaten ausgerüstet und geführt, in hohem Maße von Katar. Mehr als 125.000 Libyer sollen unter Waffen stehen. (APA)



Weitaus detaillierter ist der Originalartikel in der New York Times
http://www.nytimes.com/2011/12/18/world ... rld&src=me
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Re: Libyen-Krise

Beitragvon Britta » Dienstag 20. Dezember 2011, 10:09

Uli hat geschrieben:Zudem kommt auch so langsam die Wahrheit ans Tageslicht, was die zivilen Opfer der Nato-Bombardierungen angeht:


Die ganze Wahrheit werden wir wohl erst viel viel später erfahren. Es ging niemals um den Schutz von Zivilisten, sondern genau genommen gegen Russland und China. Beide Länder hatten viel in Libyen investiert und gute Handelsbeziehungen. Genauso sieht es in Syrien aus, wo Russland noch eine Militärbasis hat - die Einzige im Mittelmeer.

Inzwischen hat Russland seine modernsten Raketensysteme so platziert, dass sie innerhalb von 10 Minuten Berlin, Paris und London erreichen können.
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Re: Libyen-Krise

Beitragvon Solkar » Dienstag 20. Dezember 2011, 18:49

Der NATO-Einsatz wurde anfangs als Durchsetzung der Flugverbotszone labelled. Schon das war aber per-se eine Einmischung der NATO in einen inneren militärischen Konflikt eines Landes ausserhalb der Gültigkeit des NATO-Schutzbereichs, egal welches Label man den Aktionen seinerzeit aufdrückte.

Wenn man sich aber dergestalt also militärisch in innere Angelegenheiten eines Landes einmischst, dann hat dies zumindest so zu erfolgen, dass es zu er möglichst geringen Zahl an Opfern kommt; dazu gehört es die Regeln der Kriegsführung zu beachten. Sun Tzi lehrt, das ein primäres Ziel darin besteht, den Oberbefehlshaber des Feindes gefangenzunehmen oder zu töten; aufgrund der übelegenden Kräfte der NATO wäre dieses Ziel imo auch frühzeitig zu erreichen gewesen.

Dieses Ziel war aber anfangs politisch nicht darstellbar opportun; den Preis für jene political "correctness" hat, wieder einmal, die angeblich "beschützte" Zivilbevölkerung gezahlt.

Was an solch verlogener political correctness "humanitär" sein soll, entzieht sich meinem Verständnis.
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Aus einem "Jungen Deutschen Film" - Ausspruch einer aufgeräumt wirkenden Nackten, die am Spätvormittag in ein WG-Zimmer voller bekleideter, aber derangiert wirkender Männer tritt.
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Re: Libyen-Krise

Beitragvon galileo2609 » Dienstag 20. Dezember 2011, 22:25

Hallo Britta,
Britta hat geschrieben:Um so etwas zu verhindern wurde nach dem 2. WK die Charta der Vereinten Nationen unterzeichnet, die mit dem R2P ausser Kraft gesetzt wurde.

ich darf dazu anmerken, dass es eine grosse Zahl von Befürwortern der Responsibility to Protect gibt. Zu denen ich mich auch ganz persönlich zähle. Sie ist das erste Rechtsinstrument der UN, um zumindest auf dem Papier, aber immerhin 2005 von beinahe allen Staaten im Allgemeinen anerkannt, Massenverbrechen wirkungsvoll zu verhindern. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass die primäre tragende Säule des "R2P" die Verpflichtung eines Staates darstellt, sicherzustellen, dass es in seinem Inneren erst gar nicht zu Zuständen kommt, die die UN zum Handeln zwingen. Mit der Resolution 1973 kam dieses Instrument erstmals in Libyen zur Anwendung.

Etwas sarkastisch frage ich mich langsam, ob es heute in manchen Teilen unserer gesellschaft noch eine Mehrheit gäbe, Nazideutschland niederzukämpfen. Aber das ist eine Frage, die ich, wie gesagt, mir lieber selber stelle.

Grüsse galileo2609
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Re: Libyen-Krise

Beitragvon Britta » Dienstag 20. Dezember 2011, 22:38

Hallo Galileo,
galileo2609 hat geschrieben:ich darf dazu anmerken, dass es eine grosse Zahl von Befürwortern der Responsibility to Protect gibt. Zu denen ich mich auch ganz persönlich zähle.

Ich bin kein Befürworter der R2P, da dies die Charta der Vereinten Nationen ausser Kraft setzt und, wie im Falle Libyen, missbraucht werden kann.

Mit der R2P läßt sich praktisch jedes Land der Erde unter einem Vorwand angreifen. Die Doppelmoral ist mir zu deutlich.

galileo2609 hat geschrieben:Sie ist das erste Rechtsinstrument der UN, um zumindest auf dem Papier, aber immerhin 2005 von beinahe allen Staaten im Allgemeinen anerkannt, Massenverbrechen wirkungsvoll zu verhindern. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass die primäre tragende Säule des "R2P" die Verpflichtung eines Staates darstellt, sicherzustellen, dass es in seinem Inneren erst gar nicht zu Zuständen kommt, die die UN zum Handeln zwingen. Mit der Resolution 1973 kam dieses Instrument erstmals in Libyen zur Anwendung.

Die Frage ist aber: Waren in Libyen tatsächlich Zivilisten in Gefahr oder doch eher bewaffnete, vom Ausland ausgerüstete und unterstützte Kämpfer?

galileo2609 hat geschrieben:Etwas sarkastisch frage ich mich langsam, ob es heute in manchen Teilen unserer gesellschaft noch eine Mehrheit gäbe, Nazideutschland niederzukämpfen. Aber das ist eine Frage, die ich, wie gesagt, mir lieber selber stelle.

Grüsse galileo2609

Ganz sicher könntest du die Nazis heute nicht niederkämpfen, wenn diese die NATO auf ihrer Seite hätten...
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