Kurt Bindl und Privatnotation: Was ist ein Beweis ?

Ein hypothetisches Universum auf der Basis der bindlschen Vorstellungen von Physik

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Re: Kurt Bindl und Privatnotation: Was ist ein Beweis ?

Beitragvon Kurt » Freitag 18. November 2011, 01:13

richy hat geschrieben:Hi
Die Physik wuerde mit Popper in einen Stillstand geraten, denn je komplexer die Aufgabenstellungen werden, desto schwieriger werden auch die Flasifizierungsmoeglichkeiten. Ein Beispiel waere die Frage ob die Dekohaerenz den Wellenkollaps falsifiziert. Davon ist Kurts Theorie aber sicherlich nicht betroffen :-)
Gruesse



Nunja richy,
der Stillstand tritt dann ein wenn eine Theorie zum Glaubensbekenntnis mutiert.

Oder auch wenn vor lauter Bäumen der Wald nicht mehr sichtbar ist.

Meine Theorie ist davon nicht betroffen.
Denn ich habe keine.
Es sind Gedanken, aufgebaut auf die Logik die mir inne ist und von der ich meine das sie stimmt.

Gruss Kurt


Zu dem Thema Beweis und Falsifizierung:
Zu GPS.

- GPS beweist tagtäglich milliardenfach die Lichtinvarianz.
- GPS ist nicht in der Lage das zu beweisen.

Die Behauptung das GPS die Lichtinvarianz beweist wird durch Vorvoraussetzungen als richtig vorausgesetzt.
Da spielt es keinerlei Rolle ob die "Beweise" überhaupt mit GPS zu tun haben.
Jeder Versuch darzulegen warum das mit dem "Beweis" nicht so sein kann interessiert nicht, wird abgewürgt.
"Man" will es nicht sehen, nicht gesagt bekommen.
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Re: Kurt Bindl und Privatnotation: Was ist ein Beweis ?

Beitragvon richy » Freitag 18. November 2011, 01:46

Hi Kurt

Die Satellitenbahnen stellen Geodaeten dar. D.h. in einer ART Anschauung bewegen sich Satelliten gar nicht auf gekruemmten Bahnen sondern geradlinig. Im System der Satelliten bemerken Raumfahrer lokal also auch gar nicht, dass sie sich auf einer gekruemmten Bahn bewegen. Dass man in einer solchen Situation, in Anwesenheit einer schweren Masse, der Erde weiter einfach mit dem Minkowskidiagramm rechnen kann waere mir neu. Also ich kann das nicht. Irgendwo habe ich gelesen , dass man ART und SRT Effekte dennoch getrennt betrachten kann und diese natuerlich entgegengesetzt sind. In einer bestimmten Hoehe kompensieren sie sich sogar. Da dies sicherlich nicht einfach zu berechnen ist, wuerde ich mal nach einer Quelle schauen, die genaue Daten angibt. Ich denke nicht , dass diese Daten verheimlicht werden. Oder ist das gar nicht das Problem ?
Es waere doch weitaus sinnvoller mal ein zwei Tage intensiv danach zu suchen als sich an einer Rechnung zu versuchen, die wohl die wenigsten hier beherrschen. SRT Effekte in gekruemmten Raeumen.
Keine Foren, GWUP, RT Kritiker oder Zeitungen als Quelle sondern moeglichst ein Physik Institut einer Uni.
Gruesse
Zuletzt geändert von richy am Freitag 18. November 2011, 02:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kurt Bindl und Privatnotation: Was ist ein Beweis ?

Beitragvon Kurt » Freitag 18. November 2011, 02:25

Hallo richy,

richy hat geschrieben:
Die Satellitenbahnen stellen Geodaeten dar. D.h. in einer ART Anschauung bewegen sich Satelliten gar nicht auf gekruemmten Bahnen sondern geradlinig. Im System der Satelliten bemerken Raumfahrer lokal also auch gar nicht, dass sie sich auf einer gekruemmten Bahn bewegen.


Der Raumfahrer bemerkt nicht dass er sich auf einer gekrümmten Bahn bewegt.
Die Bahn ist nicht deswegen gerade oder gekrümmt weil er es mit seinen Sinnen nicht erfasseen kann, sondern weil wir einen entsprechenden Bezug verwenden.
Ist der Bezug die ruhende Erde bewegt er sich auf einer Krummbahn, ist der Bezug der blinde Raumfahrer im SAT ist diese gerade.
Er kann aber trotzdem jederzeit mit entsprechenden Hilfsmitteln erkennen ob er sich geradlinig oder krummelig bewegt.
Und zwar in Bezug zum "Raum".
Und zwar wiederum auch immer nur local, immer nur zum Ort an dem er sich gerade befindet.
Das bedeutet ganz schlicht und einfach dass es kein -Überall gleich- gibt.

Beispiel:
Ist dieser Raumfahrer in einer anderen Galaxie, auf einem Stern der sich mit 3c von uns wegbewegt, dann erkennt er nicht die Geschwindigkeit von 3c sondern die locale Geschwindigkeit gegen den localen Bezug.

Alles ist relativ, relativ zum Ort.


richy hat geschrieben: Irgendwo habe ich gelesen , dass man ART und SRT Effekte dennoch getrennt betrachten kann und diese entgegengesetzt sind. In einer bestimmten Hoehe kompensieren sie sich sogar. Da dies sicherlich nicht einfach zu berechnen ist, wuerde ich mal nach einer Quelle schauen, die dies bestaetigt und zum Beispiel die Hoehe angibt in der keine RT Effekte auftreten.


Die RT-Formeln sind möglicherweise durchaus geeignet die richtigen Zahlen zu erhalten.
Nur die beiden RT's bauen auf Umständen auf die nicht sind.

Der Uhrengang im SAT gehorcht zwei unterschiedlichen Umständen.

- dem der Bewegung gegen den localen "Raum"
- dem des unterschiedlichen Trägermediumszustandes wegen dem Abstand zur Masse der Erde

Das sind die beiden Umstände die den Uhrengang beeinflussen (die anderen wie Temperatur usw. lass ich weg).


richy hat geschrieben: Vieleicht finden sich dort dann konkrete Angaben zu den Bahnradien der GPS Satelliten. Ich denke nicht , dass diese Daten verheimlicht werden.


Die Bahnradien sind bekannt, stehen in jeder besseren Beschreibung vom GPS.
Es steht sogar in jeden Telegramm des jeweiligen SAT drin, wie seine Bahn aussieht, auf welcher Bahn er sich bewegt, welchen Ort er bei welcher Systemzeit -bereist-.
Der Bezug für diese Angaben ist der Mittelpunkt der Erde und die -ruhende- Erde.
Das ist eine unverzichtbare information für den NAVI-Empfänger.
Denn wie sollte er sonnst den Abstand zum SAT rauskriegen um seine Position berechnen zu können.


richy hat geschrieben:Es waere doch weitaus sinnvoller mal ein zwei Tage intensiv danach zu suchen als sich an einer Rechnung zu versuchen, die wohl die wenigsten hier beherrschen. SRT Effekte in gekruemmten Raeumen.
Keine Foren oder Zeitungen als Quelle sondern moeglichst ein Physik Institut einer Uni.


Hier geht es darum zu zeigen das GPS die Lichtinvarianz nicht beweisen kann, auch nicht widerlegen.
Und dazu ist es absolut unwichtig wie die ART und SRT den Uhrengang anhand der Bahnhöhe und Geschwindigkeit berechnen.
Es reicht völlig aus anzunehmen dass die Uhr im SAT herunten so eingestellt wurde dass sie möglichst -richtig- geht.
Die Umstände warum sie oben schneller geht sind dabei drittrangig.


Gruss Kurt



Die Rechnung, nach RT-Ansicht, zum verändertem Uhrengang oben, müsste sich eigentlich bei Wiki finden.
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Re: Kurt Bindl und Privatnotation: Was ist ein Beweis ?

Beitragvon richy » Freitag 18. November 2011, 04:33

Hi Kurt
Ich habe mich mal auf die Schnelle informiert. Seltsamerweise habe ich keine ersten Treffer einer Uni bei googel zu dem Thema gefunden. Es wird sich noch zeigen warum. GWUP ist nicht serioes, wie waers mit DPG - Deutsche Physikalische Gesellschaft , Bundesministerium für Bildung und Forschung ?
http://www.weltderphysik.de/de/5946.php

Vorbemerkung :
Die Raumkruemmung innerhalb der SRT kann man anscheinend vernachlaessigen. Also ganz normal die SRT Gleichungen verwenden. (Haette ich anders vermutet)
Auch andere Abweichungen spielen gegenueber der ART (und etwas SRT) kaum eine Rolle.

Daten :
SRT
Bewegt sich der GPS-Satellit relativ zum Empfänger mit einer Geschwindigkeit von 3,9 Kilometern pro Sekunde, so läuft die Satellitenuhr um den winzigen Anteil von 0,83 x 10-8 % zu langsam.

Auf den ersten Blick scheint dieser Effekt für das GPS vernachlässigbar klein zu sein. Aber für eine feste Messzeit erhalten wir aus diesem Fehler in der Zeitbestimmung einen Fehler in der Laufstrecke. Und mit fortlaufender Zeit wird dieser Fehler immer größer, er akkumuliert So liegt schon nach nur zwölf Stunden die ermittelte GPS-Position um einen guten Kilometer neben der tatsächlichen Position.


ART
Gravierender im wahrsten Sinne des Wortes ist für die Genauigkeit des GPS aber der Einfluss der Schwerkraft. Hier kommt Einsteins Theorie zum zweiten Mal ins Spiel, nun mit der Allgemeinen Relativitätstheorie ....
Doch dieser Effekt muss genau bestimmt werden. Eine genauere Berechnung ergibt, dass nach der allgemeinen Relativitätstheorie die Zeit im Satelliten um einen Anteil von 5,28 x 10-8 % zu schnell abläuft. Beide relativistischen Abweichungen zusammen genommen, ergeben folgenden Gesamtfehler: die Atomuhr in einem GPS Satelliten geht insgesamt um 0,445 Milliardstel Sekunden zu schnell. In der Praxis bedeutet das, dass nach nur 24 Stunden das GPS die tatsächliche Position um etwa 11,5 Kilometer verfehlt. Ohne Berücksichtigung von Einsteins Theorien führte das GPS also in die Irre.

Funktion GPS :
Drei Sateliten rufen staendig "Hallo ich bin da und es ist x Uhr". Haette der Empfaenger eine Atomuhr wuesste er : Ah drei Kugeln. Im gemeinsamen Schnittpunkt, da bin ich. Aber der Empfaenger hat keine genaue Atomuhr.
Und auf das willst du hinaus oder ? Auf den ersten Blick wuerde ich auch meinen : Das ist ja der Hammer ... denn ...

Genauigkeit der Standortbestimmung

Doch wie genau ist diese Positionsbestimmung mit drei Satellitensignalen? Die Antwort darauf steckt in der Genauigkeit der Empfängeruhr. Im Intervall von einer Tausendstel Sekunde - dass ist die verlässliche Zeitangabe der Uhr im Empfänger - hat das Signal, egal von welchem Satelliten, genau 300 Kilometer zurückgelegt. Unsere Standortangabe ist mit dieser Methode also bestenfalls auf diese Distanz korrekt. Wäre dies der Stand der Dinge, so wäre das GPS völlig unbrauchbar. Moderne GPS Geräte erreichen aber eine Standortbestimmung mit Genauigkeiten von mindestens 30 Metern, also +/- 15 Meter um die Postition. Wie funktioniert das?

Diese Distanz von 30 Metern legt das Signal mit Lichtgeschwindigkeit in zehn Milliardstel Sekunden zurück. Aber diese Ganggenauigkeit erreicht die Quarzuhr im Empfänger nicht. Die GPS-Entwickler greifen hier auf eine elegante Lösung zurück: auf die Information eines vierten Satellitens. Um die gleichzeitige Initialisierung von Bord- und Empfängeruhren im Bereich von Milliardstel Sekunden zu erreichen, nutzt man folgende Tatsache aus: Durch die Genauigkeitsprobleme bei der Zeitangabe der Empfängeruhr tritt bei allen Distanzmessungen zu den Satelliten immer der gleiche Fehler auf. Geht die Empfängeruhr z.B. 0,002 Sekunden vor, wird die Entfernung zu allen Satelliten um 600 Kilometer (s = 300 000 km/sec * 0,002 sec) zu groß gemessen. Zieht man aber einen vierten Satelliten zur Beobachtung hinzu, lässt sich dieser Fehler beheben. Denn der Rechner des GPS Geräts hat mit den Werten von vier Satelliten ein System von vier Gleichungen mit vier Unbekannten zu lösen. Dieses Gleichungssystem hat eine eindeutige Lösung, die zur Synchronisation der Empfängeruhr mit den Atomuhren der Satelliten führt und damit die genauere Bestimmung der Position erlaubt. Einzige Voraussetzung: Der Empfänger muss mindestens 4 Satelliten gleichzeitig sehen.
Synchronisation=Einphasen gell :-)

Der Empfaenger bezieht die Uhrzeit aus einem vierten Satelliten. Der Wecker im Auto spielt ueberhaupt keine Rolle. Die Fehler akkumulieren sich ueberhaupt nicht so wie es die Beispiele suggerieren. Ohne die Synchronisation wuerden sie akkumulieren. Es ist doch auch klar, dass kein Ing fuer ein GPS System assynchrone Uhren verwenden wuerde. Wenn der Quarz-Wecker im Auto 1/10 Sekunde verstellt ist, lande ich in der Pampas. Niemals !
Und wie sieht das unter den Satelliten selbst aus ?
http://www.quantenwelt.de/technik/GPS/relativitaet.html
quantenwelt hat geschrieben:Da alle Satelliten den gleichen relativistischen Effekten unterliegen, könnte man das System auch ohne die Zeitkorrektur in den Satelliten betreiben. In dem Fall würde die GPS-Systemzeit im Jahr um 13 Millisekunden gegenüber der internationalen Atomzeit vorgehen. Man müsste dann die Uhren in den Bodenstationen um den relativistischen Faktor korrigieren und die Positionsdaten der Satelliten nach diesem Zeitstandard berechnen. Da aber das GPS auch als sehr genaues System zur Zeitbestimmung auf der Erde verwendet wird, lohnt es sich die relativistischen Effekte in den Satelliten zu berücksichtigen.

In welchem Takt werden die Uhren Synchronisiert ? Bei jeder Messung .
Wenn man den vierten Satelliten nicht erwaehnt ist das auf gut deutsch eine Ver.....
Da kann man sich schon fragen : Wer hat solch einen Baerendienst noetig ?
Die Uhren werden in der Frequenz korrigiert, weil sie nebenbei als kostenlose Atomuhren fungieren. Nicht wegen GPS. Ok vor allem die ART ist damit auch bestaetigt aber eben nicht wegen GPS ! sondern weil Atomuhren in ihrer Funktion als Atomuhr in Umlaufbahnen korrigiert werden muessen.

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Re: Kurt Bindl und Privatnotation: Was ist ein Beweis ?

Beitragvon ralfkannenberg » Freitag 18. November 2011, 10:43

Solkar hat geschrieben:Ich würde das berechtigte Einfordern von Falsifizierbarkeit als grosse Klammer Deines Eröffnungsbeitrages sehen.

Hallo Holger,

das erwarte ich ja von den Alternativen gar nicht. Ich wäre schon zufrieden, wenn sie die von ihnen verwendeten Voraussetzungen transparent darlegen würden. Dann würden sich vermutlich schon 95% aller Privattheorien verwerfen lassen. Und den verbleibenden 5% kann man dann mit dem Anspruch der Falsifizierbarkeit begegnen, wobei ich der Meinung dass, dass die 5% Autoren, die sich an die transparente Benennung der Voraussetzungen ihrer Thesen halten, auch kompetent genug sind, ihre Thesen einer Falsifizierbarkeit zu unterwerfen.

Und das sind auch die, mit denen es wirklich Spass macht, zu arbeiten.

Warum verweigern die Alternativen so hartnäckig die konsequente Benennung ihrer Voraussetzungen ? Wohlwollend formuliert ist ihnen die Bedeutung der Voraussetzungen vielleicht nicht bewusst, zumal es auch einen gewissen Aufwand darstellt, diese sauber zu benennen. Kommt hinzu, dass wenn sie das tun, dass dann fertig ist mit Drumherumreden und das wollen die Alternativen halt nicht.


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Re: Kurt Bindl und Privatnotation: Was ist ein Beweis ?

Beitragvon ralfkannenberg » Freitag 18. November 2011, 11:04

richy hat geschrieben:Am unterhaltsamsten ist es uebrigends wenn man Karl Poppers Prinzipien auf sich selbst anwendet.
Wenn eine Aussage prinzipiell falsifizierbar sein soll, so muss auch diese Forderung prizipiell falsifizierbar sein.
Wie kann man nun die Falisfizierbarkeit selbst falsifizieren ? Im Grunde zeigt sich schon hier, dass die Falsifizierungsmoeglichkeit einer Falsifizierungsmoeglichkeit einen Zirkelschluss darstellen muss, da man ein Prinzip verwendet, dass man erst herleiten moechte. Popper war nun mal kein Mathematiker sondern Philosoph. Es waere kein Problem wenn die Falsifizierung eine logische Methode waere. Dann waere die Methode aber gar nicht notwendig, da man verifizieren koennte. Eine physikalische Verifikation schliesst Popper aber selber zu recht aus. Da es in der Physik keine absoluten Wahrheiten gibt. Und daher laesst sich auch kein System konstuieren, dass auf einer physikalischen Logik basiert, die es eben gar nicht gibt.

Hallo richy,

das ist schon richtig, aber dennoch gibt es genügend Theorien, die sich falsifizieren lassen. Und zumindest diese darf man ruhig dem Anspruch auf mögliche Falsifizierbarkeit unterwerfen. Bemerkenswerterweise sind es nämlich gerade die Alternativen, die sich dann auf Popper berufen, obgleich man ihren Schrott problemlos falsifizieren könnte.

richy hat geschrieben:Als Anhaltspunkt kann man die Falsifizierungsmoeglichkeit schon ansehen. Aber da es keine sichere Methode ist haelt sich doch kaum ein Physiker daran.

Das glaube ich nicht, im Gegenteil - zahlreiche Physiker erarbeiten sogar Falsifizierbarkeits-Kriterien und legen diese dann den Experimentalphysikern vor.

richy hat geschrieben:Sonst gaebe es keine M-Theorien. Das einfachste Argument ist hier stets und zu recht, dass es nicht auszuschliessen ist, dass eine neu gefundene Technik oder erweiterte Annahme eine Falsifizierungsmoeglichkeit zulaesst.

Genau.

richy hat geschrieben:Das waere uebrigends eine Falsifizierungsmoeglichkeit, aber gerade jene, die zeigt, dass die Falsifizierungsprinzip widerlegt ist.

Das habe ich jetzt nicht verstanden.

richy hat geschrieben:Wuerde man sich darauf berufen, dass stets die momentan zur Verfuegung stehenden Techniken und Theorien als Kriterium dienen, muesste man z.B. die Hawking Strahlung verwerfen. Es gibt weder ein Versuch der zeigt, dass es sie gibt, noch einer der zeigen koennte, dass es sie nicht geben kann.

Meines Wissens gibt es Simulationen und Follow-Up-Kriterien, die für die Existenz der Hawkingstrahlung sprechen. Ich müsste den Link auf Wunsch heraussuchen (wenn ich ihn überhaupt noch finde; ausserdem hast Du Dich mit Holger und Bernhard hier mal darüber unterhalten.


richy hat geschrieben:Die Physik wuerde mit Popper in einen Stillstand geraten, denn je komplexer die Aufgabenstellungen werden, desto schwieriger werden auch die Flasifizierungsmoeglichkeiten. Ein Beispiel waere die Frage ob die Dekohaerenz den Wellenkollaps falsifiziert.

Eben, ich denke, wo immer man die Falsifizierung nutzen kann sollte man das tun, aber sie sollte natürlich nicht davon abhalten, neue Ideen zu entwerfen, auch wenn man diese noch nicht falsifizieren kann.


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Re: Kurt Bindl und Privatnotation: Was ist ein Beweis ?

Beitragvon ralfkannenberg » Freitag 18. November 2011, 11:06

Kurt hat geschrieben:Meine Theorie ist davon nicht betroffen.
Denn ich habe keine.
Es sind Gedanken, aufgebaut auf die Logik die mir inne ist und von der ich meine das sie stimmt.

Und das lassen wir uns mal unkommentiert auf der Zunge zergehen; zumindest bin ich von dieser offenen Ehrlichkeit tief und anerkennend beeindruckt.


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Re: Kurt Bindl und Privatnotation: Was ist ein Beweis ?

Beitragvon Solkar » Freitag 18. November 2011, 17:49

richy hat geschrieben:Ein Beispiel waere die Frage ob die Dekohaerenz den Wellenkollaps falsifiziert. Davon ist Kurts Theorie aber sicherlich nicht betroffen :-)Gruesse

Die Kopenhagener Deutung (KD) aber halt auch nicht - Effekte von Dekohaerenz können sowohl dadurch erkärt werden, dass es Superposition und somit Kohaerenz gar nicht gibt, als auch dadurch dass Kollapse der Wellenfunktionen infolge von Messungen in Form von Wechselwirkungen innerhalb Vielteilchensystemen und an Systemgrenzen eingetreten sind. Die erste Erklärung wäre allerdings Quatsch.
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Re: Kurt Bindl und Privatnotation: Was ist ein Beweis ?

Beitragvon richy » Freitag 18. November 2011, 18:46

Hi Solkar

Man muss erstmal definieren welche vor allem interpretatorische Bedeutungen im Wellenkollaps enthalten sind. Und diese koennen im Rahmen der Kopenhagener Deutung zusammen mit dem Dekohaerenzprogramm nicht aufrecht erhalten werden. Behaupte ich mal. Daher hat man nun auch den Begriff Kopenhagener Interpretation gepraegt.
BTW: Bei der KI muss keine Wechselwirkung vorliegen. Die abstrakte Information genuegt.

Mir ist uebrigends bezueglich Popper eine Ungenauigkeit unterlaufen. Ob ein Zirkelschluss vorliegt haengt davon ab welche Logiken man zugrunde legt. Der Nachweis, dass Poppers Logik nicht exakt sein kann scheint mir auch einfacher moeglich.
Bezeichnen wir Poppers Regeln der Falsifiation und (nicht scharfen,sicheren) Verifikation als Popper Logik. Dann sieht man, dass dies einer Fuzzy Logik entspricht, die jedoch widerspruechlich waere, wenn es eine sichere Falsifikation gaebe. Es waere naemlich eine Fuzzy Logik in der "popper falsch" einen scharfen, bestimmten Wert aufweist und "popper wahr" nur einen unscharfen Wert. Man koennte das auch ueber Wahrscheinlichkeiten ausdruecken. Aber man sieht sofort :

Wenn in dieser Popper Logig die Negation der Negation also "nicht nicht wahr" unscharf wahr sein soll, dann muss auch "falsch" die Falsifikation unscharf sein, mit einer Unsicherheit behaftet.
EDIT
Widerspruchsbeweis :
Entspraeche "popper falsch" einem "logisch falsch" dann gaelte :
nicht popper falsch = nicht falsch = wahr
Das ist ein Widerspruch denn
in der Popper Logik ist wahr als popperwahr also unscharf festgelegt.

Mathematisch : Ein Gegenbeispiel genuegt
Physikalisch : Ein Gegenbeispiel genuegt nicht

Daher genuegt die Beobachtunmg am LHC bezueglich der Neutrinos natuerlich auch nicht um die RT zu widerlegen.

Wenn man einige physikalische Saetze betrachtet, dann sieht man, dass selbst sprachlich diese Popper Logig verwendet wird. In der Form, dass hier oft in Negationen formuliert wird, was durchus noch sinnvoll ist . Z.B.
"Die Quantenmechanik ist nicht lokal."
Es waere falsch daraus zu schliessen, dass die Quantenmechanik daher global sei, da etwas Drittes nicht ausgeschlossen werden kann. Jetzt trifft man aber auch auf doppelte Negationen wie die "nicht Nichtkontektualitaet". Und diese Ausdrucksweise ist sinnlos. Denn wie oben bemerkt bedeutet die doppelte Popper Negation nicht dass gilt "nicht Nichtkontextualitaet"=Kontextualitaet.
sondern nur eine wahrscheinliche Kontextualitaet. Unter diesem Aspekt muesste man aber nur wegen Herr Popper vor fast jedes Wort den Zusatz "wahrscheinlich" setzen und das waere sicherlich ungeschickt.
Daher waere es sehr viel besser dem Wort "Verifikation" als Negation der unscharfen Falsifikation eine neue Bedeutung per Definition zukommen zu lassen.

Die Forderung der prinzipiellen Falsifizierbarkeit laesst sich wie gezeigt ueber den zeitlichen Aspekt einfach widerlegen.
Was ist dann mit dem fliegenden Spaghettimonster FSM ? Das ist ein geistiges, abstraktes Objekt und daher gilt keine Popper Logik sondern die ganz gewoehnliche Aussagelogik. Und voellig verwirrend wird es wenn man beides mischt, was durchaus zulaessig waere. Und daher sind Abhandlungen von oder ueber Herrn Popper wohl meist so (unnoetig) lang. :-)

Viele Gruesse
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Re: Kurt Bindl und Privatnotation: Was ist ein Beweis ?

Beitragvon Solkar » Freitag 18. November 2011, 19:34

richy hat geschrieben:Man muss erstmal definieren welche vor allem interpretatorische Bedeutungen im Wellenkollaps enthalten sind. Und diese koennen im Rahmen der Kopenhagener Deutung zusammen mit dem Dekohaerenzprogramm nicht aufrecht erhalten werden. Behaupte ich mal. Daher hat man nun auch den Begriff Kopenhagener Interpretation gepraegt.
BTW: Bei der KI muss keine Wechselwirkung vorliegen. Die abstrakte Information genuegt.

Soll das jetzt eine Prosa-Fassung Deiner privaten QM werden?
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